„Carrie Soto is back“ von Taylor Jenkins Reid

Werbung. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gespannt ich auf dieses Buch war. Nachdem „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ bereits im April zu DEM Jahreshighlight 2022 von mir gekürt wurde, war ich sehr neugierig auf das neueste Werk der Autorin. Ob mich „Carrie Soto is back“ enttäuscht hat oder nicht erfahrt ihr hier.

Meine Meinung

Carrie Soto gilt als größte Tennisspielerin der Welt. Bis nach ihrem Ruhestand Nicki Chan auftaucht und sich einen von Sotos Rekorden nach dem anderen unter den Nagel reißt. Also kehrt Carrie zum Tennis zurück, um es allen noch einmal zu beweisen.

Carrie Sotos eiserner Wille und unbarmherziger Ehrgeiz haben sie zur größten Tennisspielerin aller Zeiten gemacht. Sie hält unzählige Weltrekorde und hat zwanzig Grand Slam Titel geholt. Doch nach sechs Jahren im Ruhestand muss sie ohnmächtig dabei zusehen, wie ihre Rekorde von einer jungen Britin gebrochen werden. Mit 37 entscheidet sie sich, auf den Platz zurückzukehren. Sie will nichts mehr als ewigen Ruhm und beschließt: Ein finales Jahr als Tennisspielerin soll sie für immer unbesiegbar machen. Denn wer ist sie, wenn sie nicht die Beste ist? Um ihr Ziel zu erreichen, ist sie sogar bereit, ihren Stolz beiseitezuschieben und mit Bowe Huntley zu trainieren, dem Tennisstar, der ihr einst das Herz gebrochen hat …
Quelle: Ullstein

Thema: Tennis

Bevor ich hier auf den Inhalt und meine Meinung zum Buch eingehen möchte, will ich eins vorneweg erwähnen: Ich habe absolut keine Ahnung vom Tennis. So gar nicht. Ich weiß, dass jeder Spieler einen Schläger in der Hand hat und dass sie sich den Ball hin und her übers Netz zuspielen. Wie Punkte gesammelt und Matches gewonnen werden, weiß ich nicht. Das wusste ich vor dem Lesen des Buches nicht und weiß es jetzt auch nicht.

Man sollte meinen, dass das die Lektüre dieses Buches, in dem es ja ganz eindeutig um kaum etwas anderes als Tennis geht, erschwert. Aber so ist es nicht, überhaupt nicht. Ja, anfangs war ich sehr verwirrt, weil ich vor allem bei den beschriebenen Tennisspielen nichts verstanden habe. Und davon gibt es einige, denn während das Buch in der Gegenwart beginnt, in der Carrie Soto beschließt, zum Profi-Tennis zurückzukehren, um Nicki Chans Aufstieg zu stoppen, erleben wir danach erst einmal mit, wie Carrie Soto aufgewachsen ist. Wie ihr Vater sie zur weltbesten Tennis-Spielerin gemacht hat. Wir erleben ein Match nach dem anderen mit. Also ja, ziemlich viele Spiele, die ich absolut nicht verstanden habe.

Aber das besondere an Taylor Jenkins Reids Stil ist, dass er einen dennoch vollkommen an ihre Worte fesselt. Obwohl ich nicht viel verstanden habe, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich wollte wissen, ob die junge Carrie gewinnt, wie sie ihre Karriere startet, wie die Öffentlichkeit mit ihr umgeht. Und später wollte ich miterleben, wie Carrie sich ihren Ruf zurückerobert, obwohl niemand an ihren erneuten Erfolg glaubt. Niemand außer ihrem Vater und den im Klappentext erwähnten Bowe.

Die wahren Stars der Geschichte

Anders als in „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“, worin sich für mich immer alles um Evelyn gedreht hat, standen für mich hier die Nebencharaktere im Vordergrund. Zum Einen Javier, Carries Vater, und Bowe, der allerdings anders auftritt, als es dem Klappentext nach vermuten lässt. Ich dachte nämlich, dass wir hier miterleben werden, wie eine verflossene Liebschaft wieder zum Leben erwacht. Ganz so ist es nicht, aber Bowe habe ich dennoch sehr in mein Herz geschlossen. Vor allem in Kombination mit Carries Vater. Carrie ist beim Streben nach der Erfüllung ihrer Ziele sehr verbissen. Da bringen die beiden Nebencharaktere mit ihren neckenden Witzen eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte, was beim Lesen gut getan hat. Ich liebe die beiden wirklich sehr.

Carrie hingegen ist eine ähnliche Unsympathin wie Evelyn Hugo. Aber Reid schafft es immer wieder, dass man auch mit diesen unsympathischen Charakteren mitfiebert. Ich konnte das Buch gegen Ende kaum weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, ob Carrie ihr Ziel erreicht. Ob sie es allen Zweiflern und Kritikern zeigen kann. Und vor allem, ob sie für sich selbst und ihre Kariere ihren Frieden findet. Im wahren Leben hätte ich mit einer Carrie Soto charakterlich nichts zu tun haben wollen. Aber in dieser Geschichte hing ich an ihrem Schicksal.

Emotional schmerzhaft

Bei „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ wusste ich von Anfang an nicht, worauf ich mich einlasse. Und auch während des Lesens konnte ich nie erahnen, was als nächstes passiert. Bei „Carrie Soto is back“ ist das ein bisschen anders. Das Buch ist, was die Handlung betrifft, ziemlich vorhersehbar. Sowohl mitten drin als auch zum Ende hin hatte ich immer eine Ahnung, was passieren würde.

Das heißt aber nicht, dass mich manche Wendungen nicht trotzdem emotional umgehauen haben. Obwohl ich mit einigen Dingen gerechnet habe, haben mich die Emotionen beim Lesen sehr getroffen. Und genau sowas machen gute Bücher für mich auf. Dass sie mich, obwohl ich ahne, was geschehen wird, völlig unvorbereitet treffen mit dem, wie es passiert.

Um es etwas klarer, aber trotzdem noch spoilerfrei auszudrücken: Legt euch Taschentücher bereit. Das Buch tut weh.

FAZIT

In dieser Rezension habe ich „Carrie Soto is back“ sehr stark mit „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ verglichen, aber nachdem zweitgenanntes Buch ein absolutes Highlight für mich war und das erst vor ein paar Monaten komme ich einfach nicht um den Vergleich rum. Aber ganz ohne Vergleich kann ich folgendes Fazit zu „Carrie Soto is back“ abgeben:

Man sollte sich bei diesem Buch definitiv nicht vom Thema Tennis abschrecken lassen. Denn auch ohne Kenntnisse in diesem Spiel hängt man nur so an den Seiten, weil Reids Schreibstil so einnehmend ist. Die wahren Stars sind aber nicht die Tennisspielerinnen, sondern Carrie, Javier und Bowe. Zu dritt sind sie ein so unvergleichliches Trio, dass ich gerne noch ein wenig länger Teil ihrer Leben gewesen wäre.

Eure Kate
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