Der letzte buchige Rant 2021: »Feuer im Schatten« von Aurelia L. Night

Ich habe noch ca. fünf Bücher hier her­um­lie­gen, die ich längst rezen­siert haben woll­te. Den­noch schie­be ich die­se Rezen­si­on jetzt ein, weil es mir in den Fin­gern krib­belt. Ich habe zu „Feu­er im Schat­ten” und die Fort­set­zung so unglaub­lich viel zu sagen, dass ich hier schon ein­mal zwei War­nun­gen aus­spre­chen möch­te: Die­se Rezen­si­on wird nicht spoi­ler­frei und sie wird lang (Band 2 muss­te sogar aus­ge­la­gert wer­den und kommt die Tage). Also holt euch ein Käff­chen und was zum Sna­cken, denn ich fin­de, die Rezen­si­on lohnt sich den­noch. Sie wird sehr unter­hal­te­sam, weil ich ran­ten wer­de, wie schon lan­ge nicht mehr.

KLAPPENTEXT

Als Mit­glied der Königs­fa­mi­lie bewahrt Sascha das wohl best­ge­hü­te­te Geheim­nis im Reich der Schat­ten­dra­chen. Dass sie eine Prin­zes­sin ist und nicht der Prinz, der sie zu sein vor­gibt, darf nie­mand je erfah­ren. Denn damit wäre nicht nur der Thron in Gefahr, son­dern auch ihre gesam­te Fami­lie. Doch bei einem könig­li­chen Wett­be­werb droht Saschas Tar­nung auf­zu­flie­gen. Wäh­rend sie schon drauf und dran ist, allem zu ent­flie­hen, trifft sie auf den Prin­zen der Licht­dra­chen. Obwohl Colins him­mel­blaue Dra­chen­au­gen jeden in den Bann zie­hen, darf er nie­mals von Saschas wah­rer Iden­ti­tät erfahren …

Quel­le: Carlsen

Eigent­lich braucht es bei die­ser Rezen­si­on kei­nen Klap­pen­text, weil ich sehr aus­führ­lich auf den Inhalt ein­ge­hen wer­de. Aber es gibt genau zwei Din­ge, die ich an die­sem Buch gut fin­de: Den Titel und den Klap­pen­text. Des­halb kommt er auch in die­ser Rezen­si­on vor. Und damit ihr die Fall­hö­he ver­steht, die ich beim Lesen die­ses Buches erlebt habe.
Ich bin ganz ehr­lich, ich lie­be Dra­chen­bü­cher. Und hier die Mischung aus Dra­chen und Mulan-Sto­ry haben mich sofort ange­spro­chen. Noch dazu habe ich schon län­ger kein Jugend­fan­ta­sy mehr gele­sen. Ich hat­te rich­tig Lust dar­auf! Die ist mir aber lei­der schnell vergangen.

EIN MEHR ALS WACKELIGES GRUNDGERÜST

Dass die­ses Buch mei­ne Erwar­tun­gen Null-Kom­ma-Gar­nicht erfül­len wür­de, hat sich ziem­lich schnell gezeigt - schon nach den ers­ten Sei­ten. Denn wäh­rend ich eine coo­le Mulan-Sto­ry erwar­tet habe, habe ich voll­kom­men unlo­gi­sche Erklä­run­gen für ein wacke­li­ges Grund­ge­rüst für eine Hand­lung erhal­ten.
Damit ihr das bes­ser ver­steht, hier mal Grund­le­gen­des: In die­sem Buch geht es um Dra­chen, also Men­schen, die sich in Dra­chen ver­wan­deln kön­nen. Die­se Erklä­rung trifft es nicht ganz, aber das kommt erst im zwei­ten Band raus, des­halb kom­me ich dazu spä­ter noch. Jeden­falls ist das Reich in unter­schied­li­che König­rei­che geteilt, die von Dra­chen­fa­mi­li­en beherrscht wer­den. Gewöhn­li­che Men­schen sind ledig­lich Unter­ta­nen.
Und jetzt kom­men wir zu der abso­lut unlo­gi­schen Erklä­rung, die Dreh- und Angel­punkt für die gesam­te Hand­lung ist: Sascha muss sich als Prinz aus­ge­ben, weil das erst­ge­bo­re­ne Kind eines Königs ein Jun­ge sein muss. Nur ein männ­li­cher Erst­ge­bo­re­ner steht für die Macht der Königs­fa­mi­lie. Wenn man also wüss­te, dass Sascha ein Mäd­chen ist, wür­de man das König­reich angrei­fen.
Das scheint Tra­di­ti­on in die­sem König­reich zu sein. Und für sich allei­ne noch gar nicht so schlimm, denn Fan­ta­sy­bü­cher leben ja von Tra­di­tio­nen und Mythen. Das könn­te also schon irgend­wie halb­wegs plau­si­bel sein, wür­de nicht erwähnt wer­den, dass Sascha abdan­ken könn­te. Sie könn­te von der Thron­fol­ge zurück­tre­ten, was wohl auch häu­fig in könig­li­chen Fami­li­en vor­kommt. Dann könn­te ihr Bru­der nach­rü­cken und sie unter einer ande­ren Iden­ti­tät ein nor­ma­les Leben füh­ren, als Frau. Was ja auch für die gesam­te Fami­lie siche­rer wäre, weil ihr dann kei­ner auf die Schli­che und das König­reich angrei­fen könn­te. Aber das geht nicht und die Erklä­rung dafür ist die ers­te in einer Rei­he gran­di­os-unlo­gi­scher Erklä­run­gen: So lan­ge der König lebt, wird kei­nes sei­ner Kin­der abdan­ken! Oder mit mei­nen Wor­ten: WEIL HALT!

WENN DIE AUTORIN DIE STRIPPEN IN DER HAND HAT

Hier beginnt das ganz offen­sicht­li­che Len­ken und Steu­ern der Autorin. Damit ihre Geschich­te funk­tio­niert, müs­sen bestimm­te Eck­da­ten vor­han­den sein und Hand­lungs­strän­ge ver­lau­fen. Also tun sie das auch. Weil die Autorin das so sagt. Dass die Logik da nicht ganz mit­spielt und die Hand­lung eini­ges ein­fach nicht her­gibt, scheint nicht zu stö­ren. Also die Autorin scheint es nicht zu stö­ren, mich dage­gen ganz gewal­tig.
Ich mei­ne, man hät­te wahn­sin­nig vie­le Erklä­run­gen fin­den kön­nen, die alle halb­wegs bes­ser begrün­det hät­ten, wes­halb eine weib­li­che Erst­ge­bo­re­ne so schlimm ist. Zum Bei­spiel dass die weib­li­chen Erst­ge­bo­re­nen einem Gott geop­fert wer­den müs­sen. Oder sie das ein­zi­ge Kind wäre und damit die Thron­fol­ge jemand ande­rem zufal­len wür­de. Aber sie hat ja Brü­der, damit hat sich die­ser Aus­weg auch erle­digt. Ehr­lich gesagt wäre alles logi­scher gewe­sen als die­se abstru­sen „Weil halt”-Erklärungen. Und die zie­hen sich lei­der durch die gesam­te Dilogie.

Am Lus­tigs­ten fin­de ich dar­an eigent­lich, dass die Autorin ihr eige­nes unlo­gi­sches Kon­strukt ent­he­belt, in dem sie die Mög­lich­keit des Abdan­kens erwähnt. Sie beschreibt einen mög­li­chen Aus­weg, lie­fert dann aber kei­ne ein­leuch­ten­de Begrün­dung dafür, wes­halb er nicht genutzt wer­den kann. Mir feh­len da echt ein biss­chen die Wor­te, weil das so extrem kon­stru­iert und - Ent­schul­di­gung - lächer­lich ist.

BIZARRE HANDLUNGSVERLÄUFE

Wie bereits erwähnt: Das ist erst der Anfang. Danach gehen die unlo­gi­schen Kon­struk­te erst rich­tig los. Bei­spiels­wei­se auf dem könig­li­chen Ball, auf dem der Erz­feind von Saschas Vater (ich nen­ne ihn zur ein­fa­che­ren Erklä­rung zukünf­tig nur noch „der böse König”), for­dert, dass Prinz Sascha sich beweist. Das gan­ze soll in einem Tur­nier gesche­hen, in dem alle Prin­zen oder ande­ren Dra­chen-Ade­li­gen gegen­ein­an­der kämp­fen sol­len. Kur­ze Info vor­ab: Sascha darf sich nicht ver­wan­deln, weil das irgend­wie ihr Geheim­nis ver­ra­ten wür­de. Wie genau, war mir auch ganz lan­ge nicht klar, das habe ich dann erst am Anfang des zwei­ten Ban­des erfah­ren. Des­halb will ich hier auch noch nicht vor­grei­fen.
Sascha darf sich nicht ver­wan­deln und der Beweis ihrer Stär­ke soll in einem Tur­nier statt­fin­den, in dem sie gegen ande­re Dra­chen kämp­fen soll, die sich sehr wohl ver­wan­deln. So weit so gut, man könn­te mei­nen, dass Saschas Vater sich dar­auf gar nicht erst ein­lässt, aber der sagt: „Das klingt nach einem wun­der­ba­ren Spiel!”
Könn­te ich hier Emo­jis ein­fü­gen, wür­de ich das jetzt tun. Stellt euch bit­te eine gan­ze Rei­he Emo­jis vor, die Trä­nen lachen. Denn natür­lich klingt das nach einem wun­der­ba­ren Spiel, an des­sen Ende ent­we­der das König­reich ange­grif­fen wird, weil raus­kommt, dass Sascha eine Frau ist, oder an dem das König­reich ange­grif­fen wird, weil der Thron­fol­ger schwach wirkt, weil er sich nicht ver­wan­deln kann/darf.
Also ja, das wird ein ganz lus­ti­ges Spiel.

Gut, wir wür­den hier natür­lich kein Fan­ta­sy-Buch mit Hel­din lesen, wenn eine die­ser Vari­an­ten ein­tre­ten wür­de. Noch dazu lesen wir hier ein Buch, in dem sich die Autorin alles so hin­biegt, wie es für ihre Sto­ry passt - kei­ne Rück­sicht auf Ver­lus­te. Wir müs­sen uns also kei­ne Sor­ge um Saschas Schick­sal machen. Zumin­dest noch nicht.

TROTZDEM IRGENDWIE UNTERHALTUNG PUR

Ich möch­te erwäh­nen, dass ich das Buch unter nor­ma­len Umstän­den an die­ser Stel­le ziem­lich wahr­schein­lich abge­bro­chen hät­te. Denn mal ehr­lich: Wie lächer­lich kann es ab hier noch wer­den? (Ihr habt kei­ne Ahnung!)
Dass ich nicht abge­bro­chen habe, hat nur einen ein­zi­gen Grund: ich habe mich unter­hal­ten gefühlt. Ja, hier hat sich schon raus­ge­stellt, dass die­ses Buch garan­tiert kein 5-Ster­ne-Buch wird, aber es war bis dahin schon lus­tig. Vor allem, weil ich wäh­rend dem Lesen non­stop im Aus­tausch mit tol­len Freun­din­nen war (die neben­bei alle­samt Autorin­nen sind). Und die­ser Aus­tausch war die Quä­le­rei durch das Buch echt wert, weil es dadurch kei­ne Quä­le­rei mehr war, son­dern ver­dammt unter­hal­tend. Denn jede von ihnen hat­te ihren Senf dazu­zu­ge­ben und eini­ge Kom­men­ta­re haben mich so sehr zum Lachen gebracht. So ist auch unser ganz eige­ner Titel für die Dilo­gie ent­stan­den: Die Gender-Drachen.

DAS ALLES ENTSCHEIDENDE TURNIER

Aber wei­ter im Text: Wir befin­den uns jetzt mit­ten im Tur­nier. Und mal ehr­lich: Ein Tur­nier mit Dra­chen? Klingt eigent­lich ziem­lich cool. So wie alles an die­sem Buch eigent­lich cool klingt. Aber lei­der halt nur auf den ers­ten Blick. Der Sohn des bösen Königs nimmt natür­lich auch am Tur­nier teil. Und da ihre Väter Erz­fein­de sind, meint man, dass das bei Sascha und Col­lin auch der Fall sein müss­te. Ist es aber nicht, denn Col­lin ist über­ra­schen­der­wei­se total nett und ganz anders als ein Vater (ja, Über­ra­schung!). Sie ver­bün­den sich im Tur­nier und kom­men sich auch näher.
Natür­lich errät er sofort, dass sie eine Frau ist. Das erkennt er an den Hän­den und Lip­pen und weil sie die schöns­te Frau über­haupt ist. Er ver­steht gar nicht, wie­so das bis­her noch nie­mand bemerkt hat. Geht mir auch so, ich ver­ste­he das eben­falls nicht. Nicht mal ihre Brü­der haben es gemerkt, nicht mal ihr bes­ter Freund und Leib­gar­de. Es ist so ver­dammt lächerlich.

UNLOGISCHE FAMILIENGESCHICHTE, DIE ZWEITE

Ihr denkt sicher, jetzt wären wir am Ende der Mär­chen­stun­de ange­kom­men. Da muss ich euch lei­der ent­täu­schen, es wird noch wil­der!
Denn jetzt erfah­ren wir etwas über Colins Fami­li­en­ge­schich­te. Und hier möch­te ich eine Con­tent Note zu Sui­zid aus­spre­chen.
Coll­ins Vater aka der böse König ist dafür bekannt, sei­ne Frau umge­bracht zu haben. Er ver­traut Sascha aber jetzt die wah­re Geschich­te an. Die Brü­der des bösen Königs haben sich wegen dem Thron gegen­sei­tig umge­bracht (jetzt fällt mir auf, dass wir spä­ter noch zu einer ande­ren Vari­an­te der Geschich­te kom­men. Die ist aber lei­der nicht glaub­wür­di­ger), wes­halb er selbst nie meh­re­re Söh­ne haben woll­te. Die sol­len sich nicht auch gegen­sei­tig umbrin­gen. Des­halb haben sich der böse König und sei­ne Frau nach Coll­ins Geburt ver­ab­re­det (ohne Mist, so steht das in die­sem Buch), damit er sie umbrin­gen kann. Er konn­te es auf­grund sei­ner Gefüh­le für sie aber nicht (kön­nen wir hier kurz fest­hal­ten, dass ein männ­li­cher Dra­che etwas auf­grund sei­ner Gefüh­le nicht konn­te, und genau die­ser männ­li­che Dra­che Sascha spä­ter vor­wer­fen wird, dass sie schwach ist, weil sie eine Frau ist?). Coll­ins Mut­ter hat sich letzt­end­lich selbst umge­bracht, um dem bösen König die Angst zu neh­men, dass sich sei­ne Söh­ne mal gegen­sei­tig abschlach­ten.
Sie hat sich also umge­bracht, damit sie nicht mehr als einen Sohn haben. Gute Erzie­hung oder Abs­ti­nenz schien wohl kei­ne akzep­ta­ble Alter­na­ti­ve gewe­sen zu sein …

Die Moral von der Geschich­te, die sich Col­lin dar­aus zieht: Er ver­steht gar nicht, wie­so Dra­chen Frau­en als nicht stark genug zum regie­ren emp­fin­den. Weil es war doch sehr stark von sei­ner Mut­ter, ihr Leben unter das ihres Soh­nes zu stel­len.
Die Moral von der Geschich­te für mich als Lese­rin: Nur eine tote Frau ist eine gute (star­ke) Frau.
Das kurio­se dabei ist, dass die Autorin die Hand­lung so auf­ge­baut hat, dass sie etwas femi­nis­ti­sches haben soll. So von wegen „Frau­en sind stark und kön­nen alles!”, aber in dem Buch geht es halt die gan­ze Zeit aus­schließ­lich um das Gegenteil.

WEITER BEIM TURNIER

Wir befin­den uns übri­gens immer noch beim Tur­nier und auf ein­mal tau­chen Ver­bün­de­te von Col­lin auf, die alles dafür tun, dass er das Tur­nier gewinnt. Der Grund: sie wol­len sich beim bösen König Gehör ver­schaf­fen. Ihr lest rich­tig, es geht nicht dar­um, den bösen König zu stür­zen, son­dern erst mal töten sie die gan­zen Dra­chen­prin­zen im Tur­nier, um sich ledig­lich Gehör zu ver­schaf­fen. Wie diplomatisch.

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Für das Ende des Tur­niers brau­chen wir wie­der eine Con­tent Note. Ich bin mir nur nicht sicher, wie ich sie bezeich­nen soll: Nackt­heit, Unter­wer­fung, ein­fach nur unnö­ti­ger, sexis­ti­scher Bull­shit.
Das Tur­nier ist gewon­nen und Sascha wird vom bösen König ein Schmuck­stück unter­ge­scho­ben, um sie wegen Dieb­stahls in den Ker­ker schmei­ßen zu kön­nen. Er ver­mu­tet schon, dass mit Prinz Sascha etwas nicht stimmt und zwingt sie, sich aus­zu­zie­hen. Vor ihm und sei­nen Wachen. Die glot­zen ihr dann natür­lich auch direkt auf die Brüs­te. Der böse König nimmt ihr die Klei­dung weg und lässt sie nackt im Ker­ker zurück.
Ich fin­de die­se Sze­ne ein­fach nur furcht­bar. Vor allem in einem Jugend­buch. Und da es spä­ter mit kei­nem Wort mehr erwähnt wird, hät­te man es sich auch ein­fach spa­ren kön­nen. Ganz ehrlich.

Natür­lich ret­tet Col­lin sie, wie soll­te es auch anders sein. Schließ­lich soll die­ses Buch auf irgend­ei­ne abstru­se Wei­se zei­gen, dass Frau­en auch stark sind. Wie soll­te man das anders machen als mit dem „Jung­fer in Nöten”-Klischee. Ich wür­de hier jetzt Iro­nie off schrei­ben, aber das klappt heu­te wohl auch nicht mehr.

EIN KRIEG STEHT BEVOR

Der böse König kennt also Saschas Geheim­nis und steht mit sei­ner Armee vor den Toren des Schlos­ses. Denn wir erin­nern uns: eine weib­li­che Erst­ge­bo­re­ne ist ein Zei­chen der Schwä­che des Königs­hau­ses. Man könn­te mei­nen, dass Saschas Fami­lie nun end­lich mit der Scha­ra­de auf­hört, aber natür­lich nicht. Sie behaup­ten, dass der böse König sich das nur ein­bil­det und nicht mehr ganz klar ist. Mitt­ler­wei­le hat es schon jeder zwei­te im Buch erwähn­te Cha­rak­ter von selbst her­aus­ge­fun­den, aber sie blei­ben bei der Lüge. Das nen­ne ich Mut … oder so ähn­lich.
Hier­zu ein Zitat aus der Freun­din­nen-Grup­pe: Es ist schön, dass es schon so vie­le Tote und so viel Gewalt in dem Buch gibt, aber die Gen­der-Fra­ge immer noch die wich­tigs­te von allen ist.

Col­lin steht auf dem Schlacht­feld übri­gens nicht auf Saschas Sei­te. Er muss schließ­lich zu sei­nem Vater und Land hal­ten. Das mit dem „Gehör ver­schaf­fen” hat also nicht ganz so gut geklappt. Jeden­falls sehen die bei­den sich vor der gro­ßen Schlacht noch ein­mal wie­der, es wird gefühls­du­se­lig, sie geste­hen sich ihre Lie­be und wei­nen, weil sie sich zukünf­tig als Fein­de begeg­nen. Wo die Gefüh­le genau her­kom­men, kann ich nicht so rich­tig nach­voll­zie­hen, viel­leicht bin ich wäh­rend des Tur­niers beim Lesen mal ein­ge­schla­fen und mein Toli­no hat mich nicht nach ein paar Sei­ten gefragt „Sind Sie noch da? Wol­len Sie wei­ter­le­sen?” wie Net­flix das gnä­di­ger­wei­se tut. Wahr­schein­li­cher ist aber, dass es ein­fach nicht vor­kam.
Der letz­te Satz des Buches ist in etwa so, dass Sascha nach­denkt und zu dem Schluss kommt, dass sie nicht so vie­le Men­schen für ihre Lüge kämp­fen las­sen kann.
Die gro­ße Fra­ge ist also: Wird sie das Geheim­nis lüften?

FAZIT

Durch­ge­hal­ten habe ich die­ses Buch wirk­lich nur, weil der Aus­tausch mit mei­nen Freun­din­nen dabei so unter­halt­sam war. Wir haben tage­lang über die­ses Buch dis­ku­tiert und das war fast schon ein High­light für mich. Das Buch an sich aller­dings über­haupt nicht. Es war abso­lut unlo­gisch und ich fra­ge mich ernst­haft, wie es die­ses Buch samt Logik­lü­cken durch ein Lek­to­rat geschafft hat. Die Autorin lenkt das Gesche­hen wie es ihr gera­de passt, was aber lei­der den natür­li­chen Hand­lungs­fluss so kom­plett unter­bin­det, dass man nur noch ein nicht funk­tio­nie­ren­des Kon­strukt vor sich hat.


FEUER IM SCHATTEN von Aure­lia L. Night

2020 | 334 Seiten 

erhält­lich als Paper­back | eBook


Eure Kate
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